Friedhofs- und Bestattungsgebühren (SPD-Fraktion)

Im letzten Jahr ist die Gebührenstruktur für die Bestattungen deutlich verändert worden. Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

1. Wie hat sich die Inanspruchnahme der Bestattungsarten seitdem entwickelt, und zwar im Vergleich zum Jahr vor der Änderung der Gebührenstruktur?

2. Wie stellt sich der Kostendeckungsgrad der einzelnen Bestattungsarten jetzt dar?

3. In wie vielen Fällen und für welche Bestattungsarten hat die Sozialverwaltung die Bestattungskosten übernommen?

Herr Stadtrat Griesert beantwortet die Anfrage wie folgt:

Zu 1.:
Die Betrachtung der ersten 12 Monate nach Änderung der Friedhofsgebührensatzung mit Wirkung vom 28. März 2006, in Verbindung mit der Einführung neuer Grabarten, zeigt im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang der Anzahl der verkauften Nutzungsrechte. Die Ursache hierfür kann in einer natürlichen Schwankung der Anzahl von Todesfällen liegen. Möglich ist auch, dass sich hier eine Abwanderung einer geringen Anzahl so genannter „auswärtiger anonymer Urnenbestattungen“ auswirkt. Diese spezielle Bestattungsart wird auf einigen Friedhöfen außerhalb von Osnabrück zu einem deutlich geringerem Pries angeboten.
Die Anteile der verkauften Nutzungsrechte zeigen im Vergleich zum Vorjahr bei den Urnenreihengräbern eine Verschiebung der Fallzahlen von den bisher vorhandenen zu den neuen Grabarten (gestaltete Gemeinschaftsanlagen, Baumgräber, Wiesengräber). Die deutlich verringerte Anzahl bei den Urnenreihengräbern und anonymen Urnenreihengräbern findet sich nahezu als Zugang bei den neuen Grabarten wieder. Die Differenz von 36 Fällen und der starke Rückgang der anonymen Urnenreihengräber sind Beleg für die vorgenannte Vermutung einer Abwanderung von anonymen Urnenbeisetzungen außerhalb von Osnabrück. Das Verhältnis von Erd- zu Urnengrabstätten zeigt sich, ebenso wie das Verhältnis Wahl- zu Reihengrabstätten, im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Es zeichnet sich ab, dass der in den vergangenen Jahren verstärkte Trend zur Urnenbestattung aufgehalten werden konnte. Die als Anlage 1 (siehe dazu das Ratsprotokoll der entsprechenden Sitzung) beigefügte Tabelle zeigt Werte, Anteile und Veränderungen des betrachteten Zeitraumes.

Zu 2.:
Die bisher erhebliche Preisdifferenz zwischen den Gebührensätzen der Urnen- und der Erdgrabarten ist im Rahmen der geänderten Friedhofsgebührensatzung über ein neues Kalkulationsmodell (Kölner Modell) und der hieraus folgenden Anpassung der Gebührensätze verringert worden. Im Ergebnis konnte die Kostendeckung für einen Teil der Grabarten deutlich erhöht werden. Die markantesten Veränderungen gab es bei den Erdwahlgräbern (von 83,8 % in 2005 hin zu 97,3 % Kostendeckungsgrad in 2006) sowie den Urnenwahlgräbern (von 87,9 % in 2005 hin zu 99,6 % Kostendeckungsgrad in 2006). Der Zuschussbedarf für den Verkauf von Nutzungsrechten verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um rd. 240.000,00 €. Die Abstände der Kostendeckungsgrade der verschiedenen Grabarten verringern sich ebenfalls. Die in der als Anlage 2 (siehe dazu das Ratsprotokoll der entsprechenden Sitzung) beigefügten Tabelle aufgeführten Kostendeckungsgrade beziehen sich auf das jeweilige Kalenderjahr.

Zu 3.
Bei den aufgeführten Fallzahlen ist zu berücksichtigen, dass aufgrund der bisherigen Erfassung im Fachbereich Soziales und Gesundheit Zuordnungen nur nach Haushaltsjahren erfolgen und deshalb noch keine Abgrenzung zum Stichtag der neuen Friedhofssatzung möglich ist. Im Vergleich der Jahre 2005 und 2006 fällt dennoch auf, dass neben einer grundsätzlichen Zunahme der Sozialbestattungen, sich das Verhältnis von Urnen- zu Erdgrabstätten von einem nahezu ausgeglichenen Verhältnis in 2005 (31 Urnen- und 30 Erdgrabstätten), deutlich zugunsten der Urnengrabstätten verändert hat (51 Urnen- und 23 Erdgrabstätten). Wodurch dies letztlich begründet ist und ob sich dieser Trend in 2007 bestätigt, bleibt abzuwarten. Im ersten Halbjahr 2007 sind 8 Urnengrabstätten und 9 Erdgrabstätten zu verzeichnen. Aus der als Anlage 3 beigefügten Aufstellung sind die durch den Fachbereich Soziales und Gesundheit finanzierten Sozialbestattungen und die Verteilung auf die einzelnen Grabarten ersichtlich.

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