“Musik für die Zukunft“ – SPD-Ratsfraktion will, dass Kinderlärm anders bewertet wird

Soll Kinderlärm künftig kein Anlass mehr für juristische Klagen sein? SPD-Stadtrats- und Landtagsfraktion sind sich einig: Eine entsprechende Bundesrats-Initiative des Landes Rheinland Pfalz soll auf allen Ebenen unterstützt werden.

Startete man eine Umfrage zu Kinder- und Familienfreundlichkeit, käme man auf ein sehr erfreuliches Ergebnis. Kaum jemand würde Kinder als „störend“ oder sich selbst gar als „kinderfeindlich“ bezeichnen. Doch die Realität ist keineswegs von solch toleranter Stimmung geprägt. Dies ist besonders in punkto „lärmende“ Kinder zu beobachten. „Auch in Osnabrück müssen wir zunehmend feststellen, dass Anwohner wegen angeblicher Lärmbelästigung durch Kinder mit Klagen gegen die Stadt drohen“, so Uli Sommer. Der kinder- und jugendpolitische Sprecher für die SPD-Stadtratsfraktion nennt als Beispiele der jüngsten Vergangenheit die Schulhöfe der Altstädter Schule wie der Grundschule Sutthausen. Hier seien Engagement und ehrenamtliche Arbeit der Schulelternschaften nachdrücklich behindert und erschwert worden. Solche langwierigen Rechtstreitigkeiten verursachten nicht nur unnötige Kosten, sie verzögerten und erschwerten auch die Schaffung von attraktiven Spielräumen. Diese seien für Kinder jedoch unbedingt notwendig, um soziale und körperliche Fähigkeiten zu entwickeln. „In solchen Situationen wäre eine es sehr hilfreich, wenn ‚Kinderlärm’ im Bundes-Immissionsschutzgesetz grundsätzlich keine schädliche Umweltwirkung zugesprochen würde“, ist sich Sommer sicher. Die SPD-Stadtratsfraktion ist sich deshalb mit ihren Genossen der Landtagsfraktion einig: Eine entsprechende Bundesrats-Initiative des Landes Rheinland Pfalz soll auf allen Ebenen unterstützt werden. Beide Fraktionen fordern, dass sich auch Niedersachsen – neben anderen Bundesländern – der Initiative anschließt. „Alle reden von Kinder- und Familienfreundlichkeit. Nur wenn es in der eigenen Nachbarschaft darauf ankommt, ist meist sogar der Lärm des Rasenmähers akzeptierter als das Spielen der Kinder“, schließt Sommer.

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