Ehemalige Britenwohnungen (SPD-Fraktion)

Die Konversion ehemaliger, von der britischen Armee genutzter Kasernenflächen und Wohneinheiten
gehört in Osnabrück anerkanntermaßen zu den herausragenden städtebaulichen
Herausforderungen der jüngsten Zeit. Im Rahmen einer aktuellen Bestandsaufnahme ist es deshalb
sinnvoll, zumindest auf Fragen, die sich auf den Nutzungsgrad von Wohneinheiten beziehen,
eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Wir fragen die Verwaltung:

1. Wie viele ehemals von britischen Armeeangehörigen genutzte Wohneinheiten werden bis
heute neu genutzt?

2. Welche Daten weisen die neuen Nutzer aus (vormalige Mieter aus OS, zugezogene Einwohner,
Sozialstruktur etc.)?

3. Welchen Einfluss hat die mit der Konversion verbundene Übernahme von Wohneinheiten
auf den traditionellen Osnabrücker Wohnungsmarkt?

Herr Stadtrat Griesert beantwortet die Anfrage wie folgt:

Im Zeitraum September 2008 bis März 2009 fand der Abzug der Britischen Streitkräfte aus Osnabrück
statt. Nahezu zeitgleich wurden insgesamt rund 1.360 Wohneinheiten freigezogen, die
dem Osnabrücker Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen. 774 Wohneinheiten liegen im Eigentum
des Bundes. 586 Wohneinheiten liegen in privater Hand.
Wie die aktuelle Situation auf dem Osnabrücker Wohnungsmarkt aussieht, wird nun anhand der
Beantwortung der eingebrachten Fragen aufgezeigt.

Zu 1:
Bundeseigene Bestände: Ob die veräußerten Immobilien bereits tatsächlich genutzt werden,
kann nicht abschließend beantwortet werden, da dies von den individuellen Sanierungs- und
Renovierungszeitplänen der neuen Eigentümer abhängt. Mittlerweile waren von dem gesamten
bundeseigenen Bestand 456 Wohneinheiten im Angebot; 410 Wohneinheiten wurden verkauft.
Davon wurden 2/3 in Einzelverkäufen und 1/3 im Paketverkauf veräußert.
Private Bestände Dodesheide: Anfang des Jahres lag die Leerstandsquote hier bei rd. 30%. Sie
konnte deutlich reduziert werden, so dass sie nunmehr bei rd. 15 % liegt.
Private Bestände Atter: Im Zuge der Vermarktung, die im Herbst 2009 begann und neun Monate
dauerte, konnten die 106 WE insgesamt verkauft oder neu vermietet werden. Zurzeit gibt es
einen Leerstand von 10 Wohnungen.

Zu 2:
Bundeseigene Bestände: Aus datenschutzrechtlichen Gründen können hier keine Angaben zur
Sozialstruktur gemacht werden. Nach Abschluss der Kaufverträge wurden diese Daten direkt
vernichtet. Da ein Großteil der Bestände im Rahmen der Vermarktung aber konkret für junge
Familien geöffnet wurden, wird diese neue Nutzergruppe einen erheblichen Anteil an den Neu-
nutzern haben. Aus den zuletzt getätigten Veräußerungen liegen folgende Herkunftsdaten vor:

Von den 193 einzelveräußerten Wohneinheiten haben 146 Osnabrücker eine Wohnimmobilie
erworben; 47 Käufern sind neu nach Osnabrück gezogen.
Private Bestände Dodesheide: Hier ist die Situation sehr heterogen. Studentisches Wohnen in
Form von Wohngemeinschaften und „junges Wohnen“ als Wohnen in der ersten eigenen Wohnung
finden hier statt. Aber auch Familien, die von der AGOS vermittelt wurden, finden hier
Wohnraum. Da die Wohnungen nicht barrierefrei sind, spielen Marktteilnehmer wie Rentnerhaushalte
und gehandicapte Menschen bisher noch eine untergeordnete Rolle. Zum Teil sind
Zuzüge aus den direkt an das Stadtgebiet grenzenden Nachbargemeinden zu verzeichnen.
Private Bestände Atter: Auch hier ist Nutzerstruktur sehr vielfältig. Der Anteil der Familien mit
Kindern überwiegt.

Zu 3:
Tendenziell hat eine Erhöhung des Wohnraumangebotes, sowohl im Segment des Mietwohnungsraumes,
als auch im Segment des Immobilieneigentums stattgefunden. Diese Angebotserhöhung
hatte vermutlich eine preisdämpfende Wirkung und führte zu Konkurrenzen zwischen
den Lagen. Gravierende Verwerfungen haben nicht stattgefunden, da sowohl die bundeseigenen
Bestände, als auch die privaten Bestände zeitversetzt und dosiert an den Markt gebracht
wurden.
Der private Geschosswohnungsbau in der Dodesheide konkurriert aufgrund seiner eher peripheren
Lage mit den Mietwohnungsimmobilien im Landkreis. Während das „Wohnen im Grünen“
hier genauso möglich ist wie im Landkreis, gibt hier der niedrige Mietzins und die Nähe zu
einer umfangreicheren Sozialinfrastruktur in der Stadt Osnabrück den Ausschlag für die Wohnortwahl.

Beratungsverlauf:

Auf Nachfrage von Herrn Hagedorn bestätigt Herr Griesert, dass Angaben zur Sozialstruktur
aufgrund datenschutzrechtlicher Bestimmungen nicht geliefert werden können. Entsprechende
Nachfragen werden nicht gehalten.

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