„Kinderlärm ist ein Unwort!“ – Knappsbrink: SPD-Fraktion sieht Handlungsbedarf für die neue Kinderinteressenvertretung

„Der Streit um angeblichen Kinderlärm am Knappsbrink verschlägt uns fast die Sprache. Dieser Konflikt ist weit mehr als ein Nachbarschaftsstreit. Er zeigt eine erschreckende gesellschaftliche Entwicklung, in dessen Rahmen spielende Kinder zunehmend als ‚ruhestörender Lärm‘ betrachtet werden, die den Wert einer Wohnung verringern. Wie in der Vergangenheit wurde gegen Bolz-, Spielplätze und Schulhöfe geklagt und deren Ausbau verzögert. Diese Entwicklung gipfelt jetzt am Knappsbrink in der Bedrohung und Beschimpfung von Kindergartenkindern. Diese Situation kann von uns so nicht akzeptiert werden und darf auch andernorts nicht hingenommen werden“, erklärte der familienpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Uli Sommer, der gemeinsam mit dem Fraktionsvorsitzenden Frank Henning zum aktuellen Konflikt Position bezog.

„Zu einer sozialen Stadtgesellschaft gehört beides: das Recht der Kinder auf gute Entwicklungsbedingungen und ebenso das nachvollziehbare Ruhebedürfnis der Anwohner. Hier müssen Absprachen getroffen werden, die das Zusammenleben von Kindergarten und Nachbarschaft ermöglichen. Dabei sind die Erwachsenen gefragt, den Kindern vorzumachen, wie Konflikte konstruktiv gelöst werden“, fordert Henning von den Akteuren. „Es muss auf jeden Fall sichergestellt werden, dass dies nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird.“

Die SPD-Sprecher erinnerten daran, dass es im Rat endlich – nach langjähriger Initiative ihrer Fraktion – gelungen sei, in Osnabrück wieder eine Kinderinteressenvertretung einzurichten. Auch die Ratsfraktionen von CDU und FDP, die sich bis zuletzt gegen die Kinderinteressenvertretung gewehrt hätten, seien jetzt aufgerufen, positiv mitzuwirken. Im März sei die erste Sitzung des neuen Beirats zu erwarten. Ihm würden Akteure und Experten angehören, die sich in vielen gesellschaftlichen Bereichen für Kinderinteressen stark machen. Sommer: „Wir würden es sehr begrüßen wenn die neue Kinderinteressenvertretung das Thema ‚Knappsbrink‘ als eine Art Pilotprojekt behandelt, um kinderfeindliches Verhalten überall in der Stadt auch nachhaltig – möglichst mit sehr konkreten Schritten – zumindest wirksam entgegenwirken.“

Die SPD-Fraktion habe immer wieder erklärt, dass der Begriff „Kinderlärm“ ein Unwort sei, das aus dem Sprachgebrauch verschwinden müsse. „Kindergeräusche sind Zukunftsmusik, um eine nachhaltige, soziale und wirtschaftliche Stadtentwicklung zu sichern“, betonte Henning. Nichts sei natürlicher, als dass spielende Kinder sich dabei auch verständigen. „Die Zeit, in der Kinder den Mund halten müssen, wenn Erwachsene gesichtet werden, sollte für immer der Vergangenheit angehören“, schloss Sommer.

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