„Leichte Sprache“ statt Behördendeutsch? – SPD-Initiative für bürgernahes Schriftgut

Dies kennt jeder: Antragsformulare, die Menschen verzweifeln lassen oder scheinbar belehrende Vordrucke, die eher Verständnisleere erzeugen. „Es hat meistens gar nichts mit Wissen oder Intelligenz zu tun, wenn Leute ratlos vor ihren Formularen sitzen“, beschrieben der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Henning und die sozialpolitische Sprecherin, Christel Wachtel, ein typisches Alltagsproblem. Noch gravierender sei es, wenn tatsächliche Lernbehinderungen, geistige Behinderungen oder auch körperlich bedingte Benach­teili­gungen wie Seh- oder Hörschwäche vorlägen. „Die Verwendung ‚leichter Sprache‘ muss deshalb auch ein Beitrag zur Barrierefreiheit sein“, forderten die Ratsmitglieder.

Sozialverwaltung soll darum in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Soziales und Gesundheit am 9. März mit einem konkreten Prüfauftrag versehen werden. Ziel soll es sein, amtliches Schriftgut – hier vor allem in Gestalt von Vordrucken und Antragsformularen – hinsichtlich seiner Allgemeinverständlichkeit auf den Prüfstand zu stellen. Beabsichtigt ist, in konkreten Fällen verständliche­re Formulierungen zu verwenden. Insbesondere Anträge sollen in „leichte Sprache“ übertragen werden. „Dies entlastet auch viele Beschäftigte der Verwaltung, die oft viel Zeit mit dem Erklären von Formularen verbringen müssen“, ist sich die SPD-Sprecherin sicher. Gute Ergebnisse aus der Sozialverwaltung seien danach womöglich geeignet, auch anderen Fachbereichen der Stadtverwaltung, ebenso wie auch Landes- und Bundesbehörden, als Beispiele zu dienen.

Christel Wachtel kann sich gut vorstellen, dass im Rahmen des Prüfungspro­zesses auch Kooperationen mit Externen gesucht werden. Dazu gehöre die Verbraucherberatung, das Büro für „Leichte Sprache“ der hiesigen Hochschule, die Heilpädagogische Hilfe und auch das Seniorenservicebüro. Überall hier sei bereits heute eine gute Vorarbeit geleistet worden, was sogenannte „Synergieeffekte“ auslösen könne. Wachtel: „Im ‚leichten Deutsch‘ gesagt: Wenn viele gut sind, sind alle zusammen noch besser!“ Wichtig ist der SPD-Fraktion, dass nicht zu viel Zeit ins Land geht: „Im Interesse von noch mehr Bürgernähe sollte sich die Verwaltung möglichst schnell an die Arbeit begeben“, empfiehlt Henning abschließend. Die Ergebnisse der Bemühungen sollen dem Ausschuss deshalb bereits vor der Sommerpause vorgelegt werden.

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