„Worthülsen von vorgestern“ – Neuer Wohnraum: SPD-Fraktion setzt Prioritäten

„Die Osnabrücker CDU-Fraktion wäre gut beraten, wenn sie aktuelle Studien zum Wohnungsmarkt genauer lesen würde, anstatt Worthülsen von vorgestern zu wiederholen“, kritisierten für die SPD-Fraktion deren Vorsitzender Frank Henning sowie sein Stellvertreter Ulrich Hus.

Im Rat sei 2007 eine sogenannte Bauflächenrevision, die alle aktuellen Baugebiete benenne, einstimmig von allen Fraktionen verabschiedet worden. Auch deshalb sei es sehr verwunderlich, wenn die Union neue Baugebiete fordere. Wer die Studie genau lese, stelle dagegen schnell fest, dass die aktuelle Hauptforderung keineswegs die nach immer neuen Arealen mit großflächig angelegten Einfamilienhäusern sein darf.

Hus: „Bei Einfamilienhäusern haben wir in vielen Stadtteilen sogar das Luxusproblem, dass wir noch zahlreiche Familien gewinnen müssen, vorhandene Baugebiete zum Hausbau zu nutzen.“ Als Beispiele nannte der SPD-Sprecher die unzureichend bebauten Flächen am Daumeiersweg in Schinkel-Ost, die ehemalige Sandkuhle König am Gretescher Weg, das Baugebiet der NLG an der Ziegeleistraße sowie die geplante Überbauung des ehemaligen Sportplatzes am Stadtweg in Lüstringen oder die Flächen am Mühlenkamp in Voxtrup. Dazu komme noch das Areal Knollstraße mit über 120 neuen Wohneinheiten auf den Markt. Auch die von Angehörigen der Britischen Streitkräfte freigezogenen Wohnhäuser seien noch längst nicht alle verkauft.

Frank Henning rief in Erinnerung, dass die zitierte Studie „Monitoring Wohnen Stadt Osnabrück“ unbestritten nachweise, dass Defizite des städtischen Wohnraumangebots vorhanden seien. Diese beträfen aber vor allem die Nachfrage von Singles, deren Interesse sich hauptsächlich an Geschoss- oder Eigentumswohnungen orientiere. Daneben gebe es den Trend, dass sogenannte „Mobile Alte“ vermehrt in die Stadt ziehen wollten, die vorwiegend am zentrumsnahe Wohnen, zuweilen auch an Mehr- Generationen-Angeboten interessiert seien. Auch Zielsetzungen wie Baulücken- schließung“ oder „Bauen in der zweiten Reihe“ berge in Osnabrück noch ungemein viel Potenzial. „Es kann nicht angehen, planlos Grüne Finger, Umwelt- oder Naherholungsflächen anzugreifen und dabei sogar Nachbarschaftskonflikte zu riskieren, wenn noch längst nicht alle vorhandenen Potenziale ausgeschöpft wurden“, schloss Hus.

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