Flächenversiegelung in der Stadt Osnabrück (SPD-Fraktion)

Die Dynamik der Flächenversiegelung stellt sich aus ökologischer Sicht problematisch dar. Täglich
werden in der Bundesrepublik ca. 120 ha für Siedlungs- und Verkehrsflächen in Anspruch
genommen. Regen und Oberflächenwasser können nicht mehr versickern, und der natürliche
Wasserkreislauf wird empfindlich gestört. Ziel der Bundesregierung (Stand Nov. 2010) ist es, bis
zum Jahr 2020 die Flächenversieglung auf 30 ha/Tag zu reduzieren.

Der sparsame Umgang mit Flächen ist durch die Bestimmungen im Bau- und Planungsrecht
kaum geeignet, den Trend zum Flächenverbrauch zu dämpfen. Wirtschaftliche Interessen werden
im Rahmen der Abwägung häufig höher bewertet. Die Regelungen im Bau- und Planungsrecht,
wonach mit Flächen sparsam umzugehen ist, wirken deshalb aufgrund des zunehmenden
Flächenverbrauchs nur unzureichend.

Wir fragen die Verwaltung:

1. Wie viel Fläche – gemessen in Hektar – ist in der Stadt Osnabrück versiegelt?

2. Wie hoch ist der Anteil der versiegelten Fläche bezogen auf die Gesamtfläche?

3. Ist eine zunehmende oder abnehmende Tendenz im Jahresdurchschnitt der vergangenen
10 Jahre zu verzeichnen?

Herr Stadtrat Griesert beantwortet die Anfrage wie folgt:

Vorbemerkung:
Genaue Flächenangaben zur tatsächlichen Boden- bzw. Oberflächenversiegelung sind nicht
verfügbar. Einen Anhaltspunkt können die Erhebungen der Katasterämter zur Bodennutzung
liefern, die durch die statistischen Ämter, u. a. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie
Niedersachsen (LSKN), veröffentlicht werden. Diese beziehen sich auch auf den
Verbrauch von Siedlungs- und Verkehrsflächen. Diesbezüglich muss festgehalten werden, dass
sich die Siedlungs- und Verkehrsflächen aus den Nutzungsarten

– Gebäude- und Freiflächen,
– Betriebsflächen,
– Erholungs-,
– Verkehrsflächen und
– Friedhofsflächen

zusammensetzen, und nicht mit dem Begriff „versiegelte Flächen“ gleichgesetzt werden können.
Die genannten Nutzungsarten verdeutlichen, dass die Siedlungs- und Verkehrsflächen auch
einen erheblichen Anteil unbebauter und unversiegelter Flächen umfassen. So umfasst die Gebäude-
und Freifläche auch die den Zwecken der Gebäude untergeordneten Hausgärten, Spielplätze
u. ä.. Die Verkehrsfläche umfasst neben der eigentlichen Fahrbahntrasse auch begrünte
Trennstreifen, Böschungen u. a. sogen. Verkehrsbegleitflächen. Das Statistische Bundesamt
Deutschland weist in diesem Zusammenhang auf Schätzungen hin, wonach der Versiegelungsgrad
der Siedlungs- und Verkehrsflächen bei 35 % bis 63 % liegen dürfte. (Statistisches Bundesamt,
Wirtschaft und Statistik 3/2006, S. 215)

Zu 1 und 2:
Bei einer Gesamtfläche des Stadtgebiets von 11.980 ha wird die „tatsächliche Nutzung“ der o.
g. Nutzungsarten (Summe von: Gebäude- und Freiflächen, Betriebsflächen, Erholungs-, Verkehrsflächen
und Friedhofsflächen) für 2009 mit 5.937 ha (49,6 % des Stadtgebietes) angegeben.
Davon entfallen auf Wohnflächen 2.116 ha, auf Gewerbe- und Industrieflächen 707 ha, auf Verkehrsflächen
1.474 ha, auf Erholungsflächen 480 ha und auf Friedhofsflächen 81 ha.

Zu 3:
In der Betrachtung der Zeiträume 2001 –2005 und 2005 –2009 (jeweils am 1.1. eines Jahres)
lässt sich in der Summe eine abnehmende Tendenz in der Flächeninanspruchnahme erkennen.
Von 2001 – 2005 nahm die Siedlungs- und Verkehrsfläche um 129 ha zu. Im Vier-Jahres-
Zeitraum von 2005 bis 2009 vergrößerte sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche um lediglich 38
ha.
(Quelle: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 2001-
2010, LSKN-Online: Tabelle Z0000001)

Beratungsverlauf:

Auf Nachfrage von Herrn Henning erläutert Herr Griesert, dass Vergleichszahlen über die Anteile
versiegelter Flächen für andere Städte nicht vorliegen, sondern dass in Statistiken lediglich
zwischen Wohnungs- und Siedlungsflächen ausgewiesen werde.

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