Konsequenzen des Brandes im Müllbunker der Herhof-Sortieranlage (SPD-Fraktion)

Folgt man den Aussagen eines Berichts der Neuen OZ vom 29. April 2011, dann gab es bei der
Firma Herhof seit Mitte 2010 bereits den vierten Brand. Anfang Juni hatte sich danach Schreddergut
entzündet. Auch damals sei die Fördertechnik beschädigt worden. Anfang November und
Mitte Dezember brannte es gemäß der Berichterstattung ebenfalls in Rottebunkern.

Wir fragen die Verwaltung:

1. Gibt es Erkenntnisse über die Ursachen der vier Brände innerhalb eines Jahres?

2. Hat die Verwaltung nach den jeweiligen Vorkommnissen Gespräche mit dem Betreiber
geführt und, falls ja, mit welchem Ergebnis?

3. Gibt es in den anderen Herhof-Anlagen ähnliche Vorkommnisse, und was kann aus Sicht
der Verwaltung getan werden, um weitere Brände zu vermeiden?

Die Verwaltung beantwortet die Anfrage wie folgt zu Protokoll:

Zu 1:
In der Zeit vom 04. Juni 2010 bis zum 27. April 2011 hat es 4 Brände in der Herhof-
Trockenstabilat-Anlage gegeben. Von diesen Bränden fand einer in einer Rottebox, einer im
Annahmebunker und zwei in der Maschinenhalle statt.

Zu den Brandursachen teilte die Polizei auf Nachfrage Folgendes mit:

Beim Brand in der Maschinenhalle am 04. Juni 2010 hatte sich eine der etwa 3.000 Förderbandrollen
gelöst und war vor ein Scheibensieb geschlagen. Dies hat vermutlich zu einer Funkenbildung
mit dem Brandereignis geführt.
Der zweite Brand in der Maschinenhalle, im Bereich der Pelletierung, am 09. November 2010
wurde vermutlich durch ein verklemmtes Metallteil ausgelöst.
Als Brandursache für den Brand im Annahmebunker am 27. April 2011 kann entweder glühend
eingebrachter Restmüll aus einem Müllfahrzeug oder die Reaktion zweier Chemikalien vermutet
werden. Die genaue Ursache ist bei 1.600 Tonnen Müll nicht mehr nachzuvollziehen. Elektrische
Installationen oder Mechanik waren am Brandort nicht vorhanden.
Auch für den Brand in der Rottebox am am 08. Dezember 2010 steht eine genaue Brandursache
nicht fest. Hier könnte ein Temperaturanstieg durch den Rotteprozess oder ebenfalls Eintrag
glühender Reststoffe vermutet werden.

Zu 2:
Der OSB steht grundsätzlich in kontinuierlichem Kontakt mit seinen jeweiligen Entsorgungspartnern.
Dies gilt auch für die Fa. Herhof. Insoweit wurden auch im Nachgang der bisherigen Vorkommnisse
Gespräche geführt. Dem OSB gegenüber war die Fa. Herhof grundsätzlich in jeder
Hinsicht offen und bemüht, eine praktikable und kostengünstige Entsorgungsalternative zu bieten.
Die Fa. Herhof stellte sicher, dass der Regelbetrieb der Entsorgungsanlage relativ zeitnah
wieder aufgenommen werden konnte und somit Anlieferungen möglich waren.
Für die Wiederinbetriebnahme der Anlage nach einem Brandereignis ist grundsätzlich das
Staatliche Gewerbeaufsichtsamt (GAA) zuständig, so dass davon auszugehen ist, dass alle
genehmigungsrechtlichen Vorgaben nach den jeweiligen Abnahmen des GAA und Begutachtungen
von Fachdienststellen erfüllt wurden und mit der Wiederaufnahme ein regulärer und störungsfreier
Betrieb möglich war.

Das Gewerbeaufsichtsamt hat im Rahmen von Aufsichtsgesprächen und Besichtigungen vor Ort
die möglichen Brandursachen gemeinsam mit dem Betreiber erörtert und Maßnahmen zur Verhinderung
weiterer Brandereignisse festgelegt. Die Wiederinbetriebnahme einer Anlage ohne
wesentliche Änderung bedarf jedoch nicht der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung durch
die Genehmigungsbehörde (hier: Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg).
Die Feuerwehr Osnabrück – wie auch anerkannte Ingenieurbüros – berät auf Nachfrage die
Firma Herhof und die Genehmigungsbehörde in Brandschutzfragen. Da der Hausmüll sehr heterogen
ist und zum Teil sogar Gefahrgüter enthält, muss mit einer Brandentstehung immer gerechnet
werden. Somit liegt der Schwerpunkt in den Bereichen Brandfrüherkennung und einer
Eingrenzung des Brandes mit betriebseigenen Löschanlagen. In den vergangenen Jahren sind
so fast alle gekapselten Bereiche der Maschinenhalle mit stationären Flutungsanlagen versehen
worden. Am 14. Dezember 2010 wurde unter anderem auch die Verbesserung der Brandfrüherkennung
vor Ort besprochen.

Zu 3:
Dem Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Osnabrück und der Stadtverwaltung liegen keine Erkenntnisse
zu ähnlichen Vorkommnissen in anderen Herhof-Anlagen vor.

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