„Bald auch wieder Schulgeld?“ – Studiengebühren: Frank Henning sieht massive Standortnachteile

„Wenn Bundesbildungsministerin Schavan und die Landeskultusministerin Wanka auch weiter auf Studiengebühren setzen, entfernen sie sich meilenweit von der Realität des Hochschullebens“, erklärte für die SPD-Fraktion Frank Henning, Vorsitzender und Landtagskandidat seiner Partei. Anlass seiner Kritik waren entsprechende Äußerungen beider Ministerinnen auf einem örtlichen CDU-Kongress.

Für ihn sei es im hohen Maße rätselhaft, wie man als verantwortlich Handelnde weiter an einem Modell festhalte, dass bundesweit gescheitert sei: „Von 16 Bundesländern fordert außer Niedersachen nur noch Bayern ein Zwangsgeld von ihren Studierenden. 14 Bundesländer haben diese soziale Hürde für Kinder aus Arbeitnehmerfamilien längst auf den Müllhaufen gescheiterter Ideologien geworfen“, legte der Landtagskandidat dar.

Mit der gleichen Logik, Studiengebühren abzufordern, könnte man gemäß der CDU-Logik auch die Finanzprobleme im Schulwesen lösen: „Fast jede Schule klagt über zu wenig Lehrer und über schlechte Räume. Soll deshalb etwa bald wieder das Schulgeld eingeführt werden, um dadurch mehr Geld einzunehmen?“, fragt sich Henning bewusst provokativ.

Es sei pure Realitätsverweigerung, wenn Schavan und Wanka einerseits mehr Studienplätze für Studierende mit Migrationshintergrund oder mit abgeschlossener Berufsausbildung verlangten, zugleich aber die zu geringe Inkaufnahme von Kreditverschuldung seitens der belasteten Studierenden beklagten. Vollkommen an der CDU vorbei gingen offensichtlich auch unzweideutig ermittelte Erhebungen, welche Standortnachteile die niedersächsischen Hochschulen gegenüber denen aller Nachbarländer belasteten.

„Als Quasi-Grenzstadt Niedersachsens können wir in Osnabrück sehr anschaulich beobachten, wie attraktiv für viele junge Osnabrücker ein Studienplatz in der Nachbarstadt Münster ist: 25 Minuten mit dem Zug per Semesterticket und keinen Cent Studiengebühren. Wo leben verantwortliche CDU-Repräsentanten eigentlich, wenn sie solche Standortnachteile unserer Hochschulen nicht sehen?“, fragte sich der SPD-Sprecher.

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