„Scheinlösung für politische Geisterfahrten“ – Schnellarbeitsplätze für KiTas und Altenpflege: SPD sieht Standards gefährdet

„Ablenkungsmanöver mit Scheinlösungen, die allein von der eigenen Verantwortung ablenken, enden in Geisterfahrten, die keiner Familie helfen“, erklärten der stellvertretende Vorsitzende und familienpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Uli Sommer und die Landtagskandidatin Antje Schulte-Schoh.

Beide bezogen sich auf Vorschläge aus der Bundesregierung, im Zuge der Schlecker-Insolvenz arbeitslos gewordene Frauen in Kindertagesstätten, andere Langzeitarbeitslose wiederum in der Altenpflege einzusetzen. Hier gaukle man auch den in Osnabrück Betroffenen eine Lösung vor, die sich zu Lasten arbeitslos gewordener Menschen als Seifenblase herausstelle.

Für Sommer stellt sich die ernsthafte Frage, ob derartige Vorschläge wirklich ernst gemeint seien oder schlichtweg vergessen lassen sollen, dass vor allem die FDP-Minister der Bundes- und Landesregierungen die Schlecker-Insolvenz durch ihre Blockade-Haltung erst ermöglicht hätten.

Antje Schulte-Schoh: „Jetzt wird den bedauernswerten Frauen sogar ein zweiter Schlag versetzt, indem schlichtweg behauptet wird, man könne Verkäuferinnen problemlos auch als pädagogische Fachkräfte einsetzen. Der von Union und FDP erweckte Eindruck, durch eine kurze Umschulung könne jeder Kinder betreuen, konterkariert in Wahrheit alle nötigen Bemühungen, um mehr Qualität in den primären Bildungsbereich zu stecken. Noch vor kurzer Zeit hat der Vorschlag, Langzeitarbeitslose in der Altenpflege einzusetzen, ähnlich überflüssige Diskussionen ausgelöst, die von wahren Problemen der qualifizierten Nachwuchsgewinnung in Pflegeberufen ablenken.“

Uli Sommer bekräftigte, dass die Erzieherinnen schon heute trotz 4-jähriger Ausbildung gegen miserable Bezahlung ankämpften. Hinzu kämen schlechten Rahmenbedingungen, wenig Vorbereitungszeit und viel zu große Gruppen. „Die Gruppengrößen von 24 Kindern sind – im Gegensatz zu Grundschulen – seit 50 Jahren gleich. Dem Arbeitskräftemangel begegnen wir nicht, indem wir zusätzliches Personal in Fast-Food-Manier ausbilden und dann schnell in Kindergruppen schicken, sondern indem der Beruf attraktiver wird: durch umfassende Ausbildung, angemessene Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen und nicht zuletzt kleinere Gruppen.“ Dies käme allen zu Gute: den Familien, den Kindern, den Fachkräften wie unserer Gesellschaft, indem Kinder besser auf die Schule vorbereitet werden.

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