„Rauschen nimmt Schäden billigend in Kauf“ – Häuserkauf in der Johannisstraße: SPD-Fraktion sieht Scheinheiligkeit

„Wer knallharte Gewinninteressen verfolgt und dabei Schäden für die gesamte Innenstadtentwicklung billigend in Kauf nimmt, handelt scheinheilig und verliert jeden Anspruch darauf, für die gesamte Kaufmannschaft zu sprechen“, erklärten für die SPD-Fraktion Frank Henning, Vorsitzender sowie Landtagskandidat seiner Partei und Heiko Panzer, Mitglied im Lenkungsausschuss Neumarkt.

Frank Henning fragt nun vor allem nach dem Demokratieverständnis der Firmenleitung: „Sollte Herr Rauschen nicht endlich akzeptieren, dass eine Zweidrittelmehrheit des Stadtrats eindeutig für das geplante Einkaufscenter ist und vor allem die Kommunalwahl demokratisch darüber entschieden hat?“ Das Modehaus L+T habe drei Häuser an der Johannisstraße allein deshalb gekauft, um die weitere Entwicklung des Neumarkts entweder ganz zu verhindern oder, falls dies nicht gelinge, zumindest die Planung des Einkaufscenters massiv zu stören. „Verlierer ist der gesamte Einzelhandel, denn ein attraktives Einkaufscenter würde – gutachterlich belegt – eine Vielzahl neuer Besucher in die Innenstadt einladen“, ergänzt Heiko Panzer: „Ob dabei das bislang allein bestehende, nahezu gleich große Einkaufscenter der Familie Rauschen dabei Schaden nimmt, muss L+T durch eine intelligente Marktausrichtung statt durch stumpfe Konkurrenzverhinderung lösen. Durch das zweifelhafte Immobiliengeschäft ist es in Wahrheit schon jetzt so, dass Familie Rauschen auf Dauer die größten städtischen Einkaufsflächen kontrolliert.“

Angesichts des gezeigten Verhaltens von L+T sei es vielleicht im Nachhinein ein Fehler der Stadt und des Rates gewesen, den Ausbau des Textilkaufhauses zum Großcenter einschließlich eigenen Parkhauses immer sehr wohlwollend begleitet zu haben. „Das Saubermann-Image der Firma ist zu Ende. Die Standpunkte sind ausgetauscht, die Fronten sind klar definiert“, erklärt Henning seine Position. „Man hätte wie Bergmann und mfi die Chance gehabt, auch das Wöhrl-Gebäude und sein Umfeld zu entwickeln, anstatt nur auf die eigene Monopolentwicklung von L+T zu achten. Hier werden wir zukünftig stärker gesamtstädtische Interessen geltend machen und stärker auf Vielfalt setzen“, macht Henning deutlich.

„Nachdem die Rauschens jahrelang den Niedergang der Johannisstraße und des südlichen Neumarktes in Kauf genommen haben, wollen sie nun glaubhaft machen, an der positiven Entwicklung beteiligt sein zu wollen. Unglaubwürdiger geht es kaum“, positioniert sich Panzer. Am Verhalten der Immobilienbesitzer an der Johannisstraße kommt die SPD mit Kritik auch nicht vorbei. Heiko Panzer macht deutlich: „Die Angebote von mfi lagen bereits auf dem Tisch, als man sich entschieden hat, die drei Häuser an Familie Rauschen zu verkaufen. Auch hier hat man scheinbar kurzsichtige Verkaufserfolge vor das Interesse einer nachhaltigen Entwicklung der gesamten Innenstadt als Einkaufsstadt gesetzt.“

Wie man als CDU hier auch nur ein Fünkchen Positives am Verhalten der Familie Rauschen abgewinnen kann, zweifelt Frank Henning deutlich an. „Die unabhängigen Zahlen belegen: Ein zu kleines Center, das sowohl von der CDU als auch von L+T als Ziel verfolgt wird, bringt der Stadt kein Wachstum und schädigt deutlich mehr die vorhandenen Strukturen als ein Magnet, der Einkäufe aus dem Umland generiert“, so Henning abschließend.

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