Fällen von Bäumen auf städtischen Flächen

Wir bitten die Verwaltung um die Beantwortrung folgender Fragen:

  1. Welche Baumfällungen sind im Bereich der ehemaligen Scharnhorstkaserne und am Fürstenauer Weg vorgenommen worden und mit welcher Begründung?
  2. Wie ist die grundsätzliche Vorgehensweise der Stadt bei Baumfällungen auf städtischen Flächen?
  3. Ist diese Vorgehensweise bei den aktuellen Baumfällungen eingehalten worden und wenn nein, warum?

gez. Ulrich Hus

Die Verwaltung beantwortet die Fragen wie folgt:

zu 1)              Der entsprechende Auftrag für Fällarbeiten in der Scharnhorstkaserne wurde von der Osnabrücker Beteiligungs- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH (OBG) dem Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) erteilt, da mehrere Bäume an der Grundstücksgrenze des Wissenschaftsparks aufgrund ihrer Schräglage und der beginnenden Stammfäule auf benachbarte Grundstücke an der Sudetenstraße und Artilleriestraße zu fallen drohten.
Baumfällarbeiten auf städtischen Flächen am Fürstenauer Weg sind der Verwaltung nicht bekannt.

zu 2)              Der städtische Baumbestand an Straßen, in öffentlichen Grünanlagen, auf öffentlichen Kinder­spielplätzen, auf Friedhöfen und auf sonstigen Grundstücken, die durch den OSB unter­halten werden bzw. auf denen der OSB im übertragenen Wirkungskreis für die Verkehrssicherheit des Baumbestandes absprachegemäß zuständig ist (Schulgrundstücke), wird im Rahmen der der Stadt obliegenden Verkehrssicherungspflicht jährlich auf Schäden und damit auf seine Verkehrssicherheit überprüft. Damit erfüllt der OSB seine gesetzlich vorgeschriebene Pflicht zur Baumkontrolle und Überprüfung der Verkehrssicherheit des Baumbestandes. Sofern dabei bei einem Baum eine Gefährdung der Verkehrssicherheit festgestellt worden ist, die nicht mit geeigneten baumpflegerischen Maßnahmen wiederhergestellt werden kann, wird nach Abwägung der Dringlichkeit und des Gefährdungspotentials in Abhängigkeit der Schadensart,  der Baumart, der Verkehrserwartung am Standort und weiterer Standortfaktoren die Entfernung des Baumes durch die städtischen Baumpfleger vorgenommen. Die eingehende fachliche Prüfung des Baumes und anschließende fachliche Entscheidung wird durch die für den Grünservice/Baumpflege zuständige Sachgebietsleitung  vorgenommen.
Bei fiskalischen städtischen Grundstücken ist die Vorgehensweise bei Fällmaßnahmen wie bei jedem anderen privaten Grundstückseigentümer. Es ist vorab zu prüfen, ob die jeweiligen Bäume in einem Bebauungsplan als erhaltenswürdig festgesetzt sind. Dazu kann im Internet der Link http://geo.osnabrueck.de/bplan aufgerufen werden, unter dem in der entsprechenden Karte des Bebauungsplans die geschützten Bäume eingezeichnet sind. In Zweifelsfällen stehen die Baumschutzexperten des Fachbereichs Umwelt für Rückfragen zur Verfügung. Diese entscheiden auch darüber, ob der Baum trotz Erhaltungsschutzes aus Verkehrssicherungsgründen gefällt werden darf.

zu 3)              In diesem konkreten Einzelfall ist versäumt worden, vor Auftragserteilung die Festsetzungen im Bebauungsplan zu prüfen. Im Bebauungsplan sind zwar keine erhaltenswerte Einzelbäume grafisch gekennzeichnet, in den textlichen Festsetzungen jedoch Bestimmungen dahin gehend getroffen worden, dass innerhalb eines ausgewiesenen Streifens an der Grundstücksgrenze vorhandene Bäume und Sträucher dauerhaft zu erhalten und nach Abgang zu ersetzen sind. Bei den Fällarbeiten sind insgesamt sieben Bäume entfernt worden, davon drei mit Stammfäule, drei mit Schäden im Kronenbereich und ein gesunder Baum, der zur Vorbereitung der Fällung eines angefaulten Baumes beseitigt werden musste. Da noch weitere Bäume in diesem Bereich sich in Schräglage befinden, wird der Fachbereich Umwelt von der OBG beauftragt, diese von den Baumexperten auf ihre Standsicherheit untersuchen zu lassen. Die bereits gefällten Bäume und auch möglichweise nach der Prüfung zu entfernende Bäume werden entsprechend den Festsetzungen im Bebauungsplan durch Neupflanzungen ersetzt.

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