ÖPNV-Bürgerticket wird nicht kommen!

SPD-Fraktion verabschiedet sich von der sogenannten ÖPNV-Flatrate

Heiko Panzer - verkehrspolitischer Sprecher„Seit letztem Sommer haben wir uns innerhalb der SPD-Fraktion intensiv mit einem möglichen ÖPNV-Bürgerticket auseinandergesetzt. Nach dem nunmehr am 14.03.2015 durchgeführten Workshop der PlanOS haben wir die Entscheidung getroffen, die sogenannte ÖPNV-Flatrate in Osnabrück nicht weiterzuverfolgen“, erläutern Frank Henning, SPD-Fraktionsvorsitzender und Heiko Panzer, verkehrspolitischer Sprecher der Rats-SPD.

Die Abwägung der Vor- und Nachteile führe nunmehr zu dieser Entscheidung und bestätige im Kern die Bedenken, die bereits von Anfang an in Teilen der SPD-Fraktion vorherrschten. Eine Einführung des Bürgertickets zulasten von Familien, Jugendlichen oder Rentnern sei ohnehin nicht mit der SPD zu machen gewesen.
Zusätzlich konnte die rechtliche Umsetzbarkeit nicht abschließend geklärt werden, was ein weiteres Kriterium zur Ablehnung darstelle, macht Frank Henning deutlich. Der Diskussionsprozess zwischen Verwaltung, Bürgern, Verkehrsinitiativen und der Politik zeige aber, dass man durchaus kritische und sensible Themen in einem großen Kreis besprechen und zu einem Ergebnis führen könne. Diese positive Diskussionslandschaft gelte es für den Osnabrücker Nahverkehr zu erhalten und fortzuführen, ergänzt Panzer. „Nun ist es unsere Aufgabe weitere Attraktivitätssteigerungen im ÖPNV vorzunehmen, um diesen auszubauen und noch interessanter für alle Bürgerinnen und Bürger zu gestalten. Eine Ampelvorrang-schaltung gehört unserer Meinung ebenso dazu wie z.B. die Elektrifizierung der Osnabrücker Busse.
Wir sind nach wie vor gegen Denkverbote und offen für neue Ideen und Anregung, selbst wenn man den einen oder anderen Ansatz am Ende nicht weiterverfolgt“, so Henning zum weiteren Vorgehen. „Die Ziele, die wir mit der Steigerung der ÖPNV-Nutzer verfolgen, und die Ziele, die wir uns mit dem Programm 100% Klimaschutz sowie beim Lärmschutz in der Stadt vorgenommen haben, müssen miteinander abgestimmt werden. Um mehr Nutzer für den ÖPNV zu gewinnen, braucht es Anreize das Auto stehen zu lassen und das vor allem für Einpendler. Der Bus und der Bahnverkehr müssen noch intensiver gekoppelt und mit den Bedürfnissen der Landkreisbewohner synchronisiert werden. Im ÖPNV sind Mehrwerte zu schaffen, wie die Steigerung der Erreichbarkeit und des Komforts, der Mitnahmemöglichkeiten von Fahrrädern und im erleichterten Umstieg von einem Verkehrsträger zum anderen.
Die Zukunft liegt in einem Mix von Mobilitätsangeboten. Der Kunde möchte das Radfahren, den Bus und das Nutzen eines PKWs – es muss nicht einmal der eigene sein – kombinieren“, erklärt Panzer die Bedürfnisse an die zukünftige Mobilität. „Insgesamt müssen wir eine Vision entwickeln, die aufzeigt, wie die Mobilität in der Stadt in zwanzig und in fünfzig Jahren aussehen soll. Dazu gehört auch die Beantwortung der Frage wie dies zu finanzieren ist. Hier müssen auch Bund und Länder Antworten geben. Die kommunale Ebene kann diesen wichtigen Baustein zur Energiewende nicht alleine bewältigen“, fordern Henning und Panzer abschließend.

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