Eltern-Taxis Teil des Problems, nicht die Lösung

Rot-Grün: „Sicherheit für Kinder hat immer Vorfahrt“

Frank HenningDie rot-grüne Zählgemeinschaft hat eine Initiative gestartet, um die Verkehrssicherheit von Kindern auf dem Schulweg zu verbessern. Dieser Vorstoß wurde nun im Osnabrücker Stadtrat einstimmig beschlossen. „Viele Eltern sorgen sich um ihre Kinder und bringen sie daher mit dem Auto zur Schule. Leider verschlechtert sich dadurch die Verkehrssicherheit insgesamt. Diesen Trend wollen wir mit unserer Ratsinitiative durchbrechen. Die einhellige Zustimmung des Rates bestärkt uns darin“, erklären die Fraktionsvorsitzenden Frank Henning (SPD) und Michael Hagedorn (GRÜNE).

Im Zentrum einer Kampagne, die zunächst alle Osnabrücker Grundschulen umfassen solle, stehe die Aufklärungs- und Informationsarbeit. „Es gibt viele gute Gründe, sein Kind mit dem Auto zur Schule zu bringen. Ein besonders langer oder schwieriger Schulweg oder Krankheit. Das soll aber wieder die Ausnahme werden“, erklärt der verkehrspolitische Sprecher Heiko Panzer (SPD). Rot-Grün hat dabei den ADAC, die Deutsche Verkehrswacht und die Polizei auf ihrer Seite. Alle Experten bestätigten, dass das sogenannte Eltern-Taxi Teil des Problems sei und das Unfallrisiko verschärfe. „Viele Eltern unterliegen einem Missverständnis. Zu Fuß ist in fast allen Situationen sicherer, gesünder und umweltfreundlicher“, erläutert der umweltpolitische Sprecher der GRÜNEN, Volker Bajus.
Rot-Grün verweist auf gute Erfahrungen, die in Osnabrück mit Alternativangeboten gemacht wurden. „An der Grundschule Voxtrup gibt es zum Beispiel den „walking-bus“, der aus einer Elterninitiative entstanden ist und schon mehrere Straßenzüge bedient. Hier werden die Kinder von Eltern oder Großeltern zu Fuß eingesammelt und zur Schule begleitet“, berichtet Panzer. Ein weiteres Modell seien die Bannmeilen für Eltern-Taxis um die Schulen herum. Dabei ist das Halten für Autos in unmittelbarer Nähe der Schule untersagt. „So wird der gefährliche Halte- und Wendeverkehr sowie unkontrollierte Ausstiege und Straßenüberquerungen direkt vor Schulen vermieden. Hier geht es morgens besonders unübersichtlich und hektisch zu. Das wird in Osnabrück bereits an drei Schulen erfolgreich praktiziert. Ein paar Hundert Meter entfernt, stehen dann alternative Kiss-Ride-Plätze für die Eltern zur Verfügung“, so Bajus.
Viele Eltern, Lehrer und auch die Polizei seien allerdings der Meinung, dass Einsicht und Alternativangebote allein nicht zum Ziel führen können. Rot-Grün sieht das mit Sorge. „Ohne eine Erweiterung von Halteverboten und Tempolimits im schulischen Nahbereich wird es nicht gehen. Das macht dann aber wohl nur Sinn, wenn es auch kontrolliert wird. Das sollte uns die Sicherheit unserer Kinder aber wert sein. Wir werden nun in den Fachausschüssen das weitere Vorgehen und die einzelnen Maßnahmen schulweise besprechen“, so die Politiker der Zählgemeinschaft abschließend.

Video aus FFM zum Thema Elterntaxi: http://schulweg-safari.de/film-schulweg-helikopter/

ZG-Ratsantrag „Verkehrssicherheit an Schulen“ vom 10.05.2016: http://fraktion-gruene-os.de/ratspolitik/ratsantraege/ratsantraege-einzelansicht/article/verkehrssicherheit_an_schulen/

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