Nachhaltiges Bauen in Osnabrück – Antrag der SPD-Fraktion

Beschluss:

Die Stadt Osnabrück macht sich den „Leitfaden Nachhaltiges Bauen“ des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat bei der Errichtung von städtischen Immobilien zu nutzen. In Form einer lokal anwendbaren Bewertungsgrundlage werden praxisnahe Vorgaben für das nachhaltige Planen, Bauen und Betreiben von städtischen Eigengebäuden wie Schulen und Sporthallen entwickelt und im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt beraten.

Bei der Projektvergabe von städtischen Grundstücken können eingereichte Bauprojekte anhand des städtischen Leitfadens auf ihre Nachhaltigkeit geprüft und bewertet werden und finden so in Form einer ökobilanziellen Betrachtung Berücksichtigung bei der Vergabe.

Diese Bewertungsgrundlagen können darüber hinaus projektbezogen beim Errichten von Gebäuden durch städtische Gesellschaften wie der WiO, das Klinikum, sowie größeren privatwirtschaftlichen Bauprojekten Anwendung finden.

Bei kleinen Bauvorhaben im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser oder kleinen Mietobjekten, kann der städtische Leitfaden als Handreichung an die Bauwilligen als Impuls für nachhaltiges Bauen ausgehändigt werden.

In Bezug auf Flächenressourcen wird eine Minimierung der Flächeninanspruchnahme durch Gebäude angestrebt. Die Bauweisen und die Bauformen sollen gleichermaßen energetische Eigenschaften, sowie in Bezug auf mikroklimatische Einflüsse, positive Eigenschaften auf die Schonung des Stadtklimas (z.B. Strömungsverhalten von Kaltluft und Regenwasser Versickerung auf Flächen/Teichanlagen, etc.) aufweisen. 

Sachverhalt:

Leitbild:

Das übergeordnete Leitbild einer zukunftsverträglichen Stadtentwicklung baut auf den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit auf: Ökologie, Ökonomie und Soziokultur. Sie stellen den Ausgangspunkt für die Entwicklung der Bewertungsgrundlagen für ein nachhaltiges Bauen dar. Dieses Leitbild trägt ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Anforderungen gleichzeitig und gleichgewichtig Rechnung und bezieht zukünftige Generationen in die Betrachtung mit ein. Darüber hinaus betont es in Anbetracht des voranschreitenden Klimawandels, die damit verbundene Verantwortung der Stadt Osnabrück auch im Sinne einer Vorbildfunktion, zeigt aber auch für privatwirtschaftliche Bauprojekte Wege in eine nachhaltige Zukunft auf und fordert diese aktiv ein.

Bürokratie:

Ziel dieser Leitlinien und Bewertungsgrundlagen sollen keine bürokratischen und ökologischen Hemmnisse für Wohn- und Geschäftsbauten sein, sondern echte Zukunftsaussichten für nachhaltiges Bauen, Lernen, Arbeit und Leben in Osnabrück eröffnen.

Nachhaltigkeit:

Zukunftsfähiges und nachhaltiges Bauen und Betreiben setzt eine ganzheitliche und integrale Planung von Bauprojekten voraus. Bereits in der frühen Planungsphase werden die Weichen für die spätere Nachhaltigkeitsqualität eines Gebäudes gestellt. Daher gilt es, die Aspekte der Nachhaltigkeit in allen Planungs-­, Bau­ und Bewirtschaftungsprozessen entsprechend zu berücksichtigen, um die Qualität des Gebäudes herzustellen (Neubau), aufrechtzuerhalten (Betrieb) und zu verbessern (Bauen im Bestand). Hierbei steht der Lebenszyklus des Bauwerkes im Vordergrund. Viele Aspekte einer ganzheitlichen Planung sind heute bereits Gegenstand der konventionellen Planung. Diese be­schränkt sich jedoch bisher auf eine Vielzahl von Einzelaspekten in den jeweiligen Lebenszyklusphasen, ohne Berücksichtigung etwaiger vorhandener Abhän­gigkeiten oder Wechselwirkungen.

Lebenszyklusbetrachtung:

Erst die Betrachtung über den Lebenszyklus kann Aufschluss über die tatsächliche Qualität eines Gebäudes geben, da diese üblicherweise über sehr lange Zeiträu­me genutzt werden. Der Lebenszyklus eines Gebäudes setzt sich aus den Phasen Planung, Errichtung, Nutzung einschließlich Instandhaltung, Modernisierung sowie Rückbau, Verwertung und Entsorgung zusammen

Mikroklima:

Zu berücksichtigen sind sowohl Baustoffe aus nachwachsenden Ressourcen wie Holz als auch Mikroklimatische Auswirkungen der Bauform, Bauausführung, Positionierung des Baukörpers, etc.

Auswirkungen von gebäudeabhängigen Wärmeinseleffekten urbaner Strukturen im Vergleich zum Umland sind genauso wichtig wie ein nachhaltiger Umgang im Sinne des Flächenverbrauchs und der Flächenausnutzung.

Zu berücksichtigen sind:

■ Minimierung der Flächeninanspruchnahme durch das Gebäude

■ Durchführung von Ausgleichsmaßnahmen

Ökobilanzielle Betrachtung

Die Berechnung von CO2-Bilanz und lokalen Umweltwirkungen sowie die Abbildung der in Anspruch genommenen Ressourcen können größtenteils durch eine ökobilanzielle Einschätzung vorgenommen werden.

Zu berücksichtigen sind:

■ Flächeneffizienz

■ Anpassungsfähigkeit (Flexibilität und Umnutzungsfähigkeit von Wohnraum oder Büroräumen)

■ Widerstandsfähigkeit und Dauerhaftigkeit

■ Energetische Eigenschaften, auch in Bezug auf die verwendeten Baustoffe wie z.B. Holzrahmenbau (bis hin zur Entsorgung)

■ Nutzung regenerativer Energie

■ Mikroklimatische Einflüsse / positive Eigenschaften in Bezug auf das Stadtklima (z.B. Strömungsverhalten von Kaltluft und Regenwasser Versickerung auf Flächen/Teichanlagen)

 

Die Stadt Osnabrück macht sich auf diese Weise bereits vorhandene Bewertungsmethoden,die Praxis erprobt sind, auf lokaler Ebene zu nutzen. Wir schaffen keine neuen Hürden, sondern nutzen bereits vorhandene Erfahrungen, um den Bausektor Osnabrücks Nachhaltigkeit voran zu bringen.

 

gez. Susanne Hambürger dos Reis

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