Wir müssen genau hinsehen und den Problemen aktiv entgegenwirken

Bild: SPD-Ratsfraktion Osnabrück

GRÜNE/SPD/Volt besorgt über Ergebnisse des Sozialmonitoring

Die Mehrheitsgruppe von GRÜNEN, SPD und Volt blickt mit Sorge auf die Ergebnisse des „Sozialmonitoring 2021“, die den Mitgliedern des Sozial- und Gesundheitsausschusses am Mittwoch (9. März) präsentiert wurden. Dies gelte insbesondere für die Kinderarmut in Osnabrück, die sich laut Bericht im Zeitraum 2016-2020 zwar verringert hat, jedoch mit über 20% weiterhin besorgniserregend ist.

Insgesamt zeigt der Bericht, wie unterschiedlich sich die ökonomische Ungleichheit in unserer Stadt gestaltet und welcher Dynamik sie unterliegt. Rund ein Drittel der analysierten Sozialräume weist Problemlagen in den Bereichen von Arbeitslosigkeit, Kinder- und Altersarmut auf. Manche mit einer wachsenden negativen Dynamik. „Die guten Nachrichten sind allerdings: Wir wissen, dank des Monitorings, welche Stadtviertel unsere besondere Aufmerksamkeit brauchen. Deshalb müssen wir ganz genau hinsehen und mit gezielten Maßnahmen den jeweiligen Problemlagen aktiv entgegenwirken“, erklären die sozialpolitischen Sprecherinnen Anke Jacobsen (GRÜNE) und Kerstin Lampert-Hodgson (SPD).

Beide weisen darauf hin, dass das vierte Monitoring dieser Art aus den Daten bis Ende 2020 schöpfe und dabei auch einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit und Altersarmut konstatiere. Angesichts der Corona-Pandemie sei jedoch insgesamt von einer Verschärfung der Problemlagen auszugehen. Dies betreffe vor allem Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen, Alleinerziehende, Familien mit mehreren Kindern und auch Studierende. Insofern begrüße man mit großem Interesse auch den von Seiten der Stadt geplanten „Lebenslagenbericht“.

Die Sozialpolitikerinnen erinnern daran, dass die aktuellen Ergebnisse des Sozialmonitoring auf der Anzahl der Menschen basierten, die in Osnabrück Sozialleistungen erhalten würden. „Armut zeigt sich jedoch nicht unmittelbar daran, ob Menschen Unterstützungsleistungen beantragen oder erhalten. Viele bleiben ohne Hilfen, sei es, weil sie glauben, nicht die Kriterien zu erfüllen, ihnen Informationen fehlen, sie an der Bürokratie scheitern oder weil sie sich schämen“, führt Lampert-Hodgson aus.

Ein besonderes Augenmerk legt die Gruppe auf die Situation von Kindern in Armut. Diese ist weiterhin dramatisch, gerade in Teilen der Innenstadt, auch wenn die durchschnittliche Kinderarmutsquote um vier Prozent zurückgegangen ist.

„Wie die Analyse der Zahlen zeigt, beträgt der Anteil der armen Kinder in einigen Stadtteilen über 50 Prozent. Das ist ein unerträglicher Zustand und es bedarf dringend einer Strategie, damit alle Kinder von Anfang an gute und gleiche Chancen haben. Dafür müssen Präventionsnetzwerke in allen Stadtteilen aufgebaut werden. Gemeinsam sollen unsere hervorragenden Familienberatungsstellen und Projekte Kinder und Jugendliche in ihrem Aufwachsen begleiten“, fordert Jacobsen.

Darüber hinaus gibt es in der Stadt eine große Gruppe von Menschen, die nicht ihre Ansprüche kennt oder aus eigener Kraft Hilfen beantragen können. „Hier fehlt es an breit gestreuten Informationen durch die Stadt und Sozialberatungsstellen direkt in den Quartieren“, ergänzt Lampert-Hodgson.

Ein grundsätzliches Instrument zur Bekämpfung der Ursachen von Armut liege in der Schaffung von existenzsichernden Arbeitsplätzen. „Osnabrück braucht mehr feste Arbeitsverhältnisse mit Gehältern, von denen die Menschen gut leben können, denn solche Jobs führen die Menschen aus der Armut heraus“, so die beiden abschließend.

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