Vorbild für Mut und Zivilcourage

Bild: (v.l.n.r. Robert Alferink, Heiko Schlatermund, Susanne Hambürger dos Reis, Volker Witte)

GRÜNE/SPD/Volt begrüßen Mahnmal für Peter Hamel

Unter großer öffentlicher Anteilnahme ist am Mittwoch (14.09.2022) ein Mahnmal für Peter Hamel auf dem Raiffeisenplatz eingeweiht worden. Peter Hamel wurde in der Nacht auf den 14. September 1994 an der Heinrich-Heine-Straße von einer Gruppe Männer erschlagen als er auf einen homophoben Angriff auf zwei junge Männer aufmerksam wurde und ihnen zur Hilfe kam. GRÜNE, SPD und Volt begrüßen die Gedenkinitiative und blicken mit Sorge auf die jüngsten Hass- und Gewalttaten gegenüber Menschen anderer sexueller Orientierung.

„Wir gedenken Peter Hamel. Er wurde Opfer einer brutalen Tat, weil er einschritt und nicht wegsah. Peter Hamel ist ein Vorbild für Mut und Zivilcourage. Mit ihm verbinden wir den Einsatz gegen jede Form von Hass und Gewalt. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass die zweite Bronzetafel uns daran erinnert, dass tagtäglich gewaltsame und verbale Angriffe gegen Menschen anderer Religionen, Hautfarbe oder sexueller Orientierung stattfinden“, erklärten Diana Häs (GRÜNE) und Volker Witte (SPD).

Ein großer Dank gelte der sich vor fünf Jahren gegründeten Initiative „Peter Hamel“ und den vielen Menschen, die das Mahnmal zum 28. Todestag Peter Hamels ermöglicht hätten.

Häs und Witte wiesen darauf hin, dass die Zahl LSBTIQ-feindlicher Straftaten deutlich zugenommen habe: „Allein im letzten Jahr wurden mehr als 1.000 hassmotivierte Straftaten gegen Lesben, Schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen registriert. Das sind jeden Tag drei Fälle und wir wissen, dass die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher liegt. Weil diese Delikte nicht als solche eingeordnet oder aus Scham überhaupt nicht angezeigt werden. Wir müssen das Problem der Hasskriminalität gegen LGBTIQ in Gesellschaft und Politik noch viel ernster nehmen, als es bislang der Fall ist. Auch in Osnabrück.“

Beide zogen eine traurige Parallele zum Fall des vor rund zwei Wochen in Münster getöteten Malte. Dieser wurde auf dem Christopher Street Day niedergeschlagen, als er sich schützend vor zwei Frauen stellte, die massiv homophob beleidigt wurden. Der 25-jährige erlag Anfang September seinen schweren Verletzungen. „Malte wurde getötet, weil er, wie Peter, Unrecht beendet wollte. Wir als Gesellschaft sind gefordert, jeder Form von queerfeindlicher Gewalt entgegenzutreten. Und zwar an jedem Tag und mit jeder Entschiedenheit. Politisch setzen wir uns dafür ein, queeres Leben in unserer Stadt sicherer und sichtbarer zu machen. Hierzu wird es in naher Zukunft eine gemeinsame Initiative geben. Denn wir wollen, können und dürfen nicht zulassen, dass Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung in Angst und Sorge leben“, so Häs und Witte abschließend.

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