Die Osnabrücker Tafel nicht alleine lassen

GRÜNE/SPD/Volt besorgt über rasant steigende Nachfrage

Die Nachfrage bei der Osnabrücker Tafel hat sich fast verdreifacht. Waren es im Februar noch rund 6.000 Menschen, seien es im letzten Monat fast 15.000 Menschen gewesen, die nach Lebensmitteln fragten. GRÜNE, SPD und Volt im Rat sehen akuten Unterstützungsbedarf und warnen zugleich davor, die ehrenamtliche Struktur zu überfordern.

„Die Inflation trifft Haushalte mit geringen Einkommen hart und zwingt immer mehr Bürger:innen zu den Tafeln. Was die Osnabrücker Tafel insbesondere seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine leistet, ist außerordentlich. Das liegt vor allem an der starken Organisationsfähigkeit der ehrenamtlichen Leitung und der erfolgreichen Mobilisierung vieler freiwilliger Helfer:innen. Ihnen gebührt Dank und Respekt, aber wir dürfen die Tafel nicht alleine lassen. Diese sind nicht dafür da, die Löcher des Sozialstaates zu stopfen. Für die Versorgung von Menschen in Armut ist die Allgemeinheit und damit zuallererst der Staat zuständig. Die Tafeln haben aber eine wichtige ergänzende Funktion – gerade jetzt in der akuten Lage. Deswegen müssen wir sie kommunal unterstützen, wo immer es geht“, erklären die sozialpolitischen Sprecherinnen Anke Jacobsen (GRÜNE) und Kerstin Lampert-Hodgson (SPD).

Die Mehrheitsgruppe begrüßt daher den Vorstoß der CDU, die Tafel von Miete und Betriebskosten zu entlasten. Bereits in der Vergangenheit habe man dafür gesorgt, dass finanzielle Mittel für die Tafel, zum Beispiel bei Kostensteigerungen im laufenden Betrieb, zur Verfügung stünden. „Dies reicht angesichts der aktuellen Situation der Tafel allerdings nicht mehr aus. Wir müssen die ehrenamtliche Struktur stärken. Dazu zählen auch die Entlastung bei Verwaltungsaufgaben und die Unterstützung bei der Logistik. Im Zuge dessen sollten wir prüfen, ob die Freiwilligenagentur hier eingebunden werden kann“, machen die beiden Sozialpolitiker:innen deutlich.

Aber auch die Landesebene sei gefordert, zu schauen, wie die Arbeit der Tafel besser unterstützt werden könne. „Etwa beim Aufbau regionaler Logistikzentren, die es ermöglichen, große Spenden besser zu lagern“, so Lampert-Hodgson und Jacobsen.

Man habe einen engen und guten Austausch mit der Tafel und werde in den nächsten Tagen wieder vor Ort sein und Gespräche über die aktuelle Lage führen.

Diese sei auch Ausdruck einer Fehlentwicklung. Hier sei der Bund, was etwa die Transferleistungen angehe, weiter gefordert. „Mit dem dritten Entlastungspaket hat die Bundesregierung für Armutshaushalte wichtige Entlastungen auf den Weg gebracht. Wir befürchten nur, dass diese nicht ausreichen werden und die Erhöhung der Regelsätze spät kommt. Das muss unbedingt angegangen werden“, fordern Jacobsen und Lambert-Hodgson abschließend.

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